Buchempfehlungen:

Wo andere Leute wohnen, Lore Segal, Knaur Verlag

Lore Segal (geborene Grosmann) wurde 1928 in Wien geboren und flüchtete im Alter von 10 Jahren mit einem Kindertransport nach Großbritannien wo sie bei verschiedenen Pflegefamilien aufwuchs. Sie studierte von 1945 – 1948 Englische Literatur. Seit 1951 lebt sie in den USA, wo sie den Verleger David Segal heiratete. Seit 1968 lehrt sie Creative Writing und Englisch an verschiedenen amerikanischen Universitäten. Sie veröffentlicht seit 1959 Artikel, Kurzgeschichten, Kinderbücher und Romane, die auch mehrmals ausgezeichnet wurden.
Widmung: Für meine Mutter Franzi

Zu Beginn des Buches stellt Lore ihr idyllisches Familienleben dar. So liebte sie es mit ihrem Onkel zu spielen, ihre Großeltern zu besuchen, oder einfach nur mit ihren liebevollen Eltern Zeit zu verbringen.
Die Bedrohung durch den NS merkte sie zu Anfang nur durch Unterhaltungen von Erwachsenen, die sie mitbekommt. Ernst wurde es für sie als ihr Onkel zusammengeschlagen und der Laden ihrer Großeltern verwüstet wurde. In kürzester Zeit musste Lore ihren Koffer packen und ohne große Vorbereitungen nach England, per Bahn und per Dampfer, abreisen. Das alles ohne ihre Großeltern, Eltern und ihren Onkel.
Sie und die vielen anderen Kinder wurden bei ihrer Ankunft in England in einem Feriencamp untergebracht. Sogleich schrieb sie einen Brief an ihre Eltern um deren Befinden zu erkunden: Zitat: „Ich muss Euch ein paar Sachen fragen, und Ihr müsst mir sofort antworten. Was habt ihr heute zu Mittag gegessen? Habt ihr einen netten Morgenspaziergang gehabt? Wohnt ihr immer noch in der selben Wohnung? Habt ihr meine Fragen verstanden? BITTE SOFORT ANTWORTEN.“ (S.60)
Nach Tagen des Wartens wird sie schließlich zu einer alten Dame namens Mrs. Levine gebracht. Was dort geschah und ob Lore ihre Eltern je wiedersah könnt ihr ja selber lesen.

Das Buch war für uns traurig, verwirrend, nüchtern und sentimental erzählt. Aber auf seine ganz eigene Art und Weise absolut lesenswert. Der Leser erfährt nichts über die politischen und geschichtlichen Hintergründe sondern lernt das damalige Geschehen nur durch die Augen eines jungen Mädchens, Lore Segal, kennen.

Autorinnen: Elena ?, Kim Kröckel

Filmempfehlungen:

John Rabe

Inhalt: 1937: der Hamburger Kaufmann John Rabe lebt seit gut 30 Jahren mit seiner Frau Dora in der ostchinesischen Stadt Nankin und leitet die dortige Siemens-Niederlassung. Er soll nach Berlin zurückkehren. Während seines Abschiedsballs wird die Stadt von der japanischen Armee bombardiert. Panik bricht aus und Rabe öffnet die Tore des Firmengeländes, um die Familien seiner Arbeiter in Sicherheit zu bringen. Die geplante Heimreise wird nicht angetreten: John Rabe entscheidet sich zu bleiben und stürzt sich in die Arbeit. Er errichtet eine Sicherheitszone, in die Hunderttausende strömen um Schutz vor den Japanern suchen. Doch die Übergriffe der Japaner nehmen kein Ende. Als die Versorgungssituation immer schwieriger wird und die Japaner unter einem Vorwand die Zone stürmen wollen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit… Durch Rabes Tagebucheinträge aus dem Off und eingeschnittenes, historisches Schwarzweiß-Filmmaterial besticht der in China gedrehte Film auch als zeithistorisches Dokument. „Hervorragend gespielt wird er von Ulrich Tukur, der einer in ihrer Größe fast abstrakt wirkenden Heldengeschichte ein menschliches Gesicht gibt.“ (Kino.de) „Großes Ausstattungskino mit stilsicher inszenierten Massenszenen, der ähnlich wie Florian Gallenbergers Indien-Film Schatten der Zeit auch vor Gefühlskitsch nicht zurückscheut.“ (Berliner Morgenpost) „’John Rabe’ ist einer jener neuen deutschen Großproduktionen, die beweisen, dass man längst von Hollywood gelernt hat und das Gelernte anzuwenden entschlossen ist.“(Berliner Zeitung)

D 2009; Regie & Buch: Florian Gallenberger; Kamera: Jürgen Jürges; Musik: Annette Focks; Darst.: Ulrich Tukur, Anne Consigny, Daniel Brühl, Zhang Jingchu, Steve Buscemi, Dagmar Manzel, Gottfried John, Teruyuki Kagawa, Mathias Herrmann; ab 12 J.; Farbe; dt. Fass.; 132 Min.; Ba. Erstauff.;

Rezension:
* Freigabe empfohlen ab 16 Jahre (Für zarte Seelen nicht geeignet!)
* Hervorragende schauspielerische Leistung
* Geschichte ist durch die biographische Sicht gut nachvollziehbar

 
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